Gemeinsam bewahren  Das älteste und besonders geschichtsträchtige Haus Landaus, das „Haus zum Maulbeerbaum“, verfällt seit Jahren zusehends. Um dem entgegenzuwirken, gründete sich 2011 der Verein „Freunde des Hauses zum Maulbeerbaum Landau e.V.“ Die Stadt Landau hat als Eigentümerin seit 2013 vergeblich einen Investor zur Sanierung des Gebäudes gesucht. Vereinsmitglieder haben die Idee entwickelt, dass die Landauer Bürgerschaft den Erhalt selbst in die Hand nehmen kann, um damit das Gebäude auch für eine teilweise öffentliche Nutzung zu erhalten. Hierzu soll eine gemeinnützige eingetragene Genossenschaft gegründet werden. Diesen Vorschlag hat die Stadt Landau im Mai 2015 aufgegriffen. Sie hat dem Verein eine Frist von 18 Monaten eingeräumt, um die Genossenschaft zu gründen und ein Finanzierungs- und Nutzungskonzept zu erarbeiten.

 

 

 

Schritt für Schritt – Entwicklungsphasen der Genossenschaft

Projektentwicklung  Gründung der Genossenschaft, Werbung um Genossenschaftsmitglieder und Sponsoren, Entwicklung eines Nutzungskonzeptes und Sicherstellung der Finanzierung

Bauphase  Erwerb und Sanierung des Gebäudes

Betriebsphase  Vermietung der Räume des nicht öffentlich genutzten Bereichs

sowie des Saales im Erdgeschoss

 

 

 

Jeder kann sich beteiligen

· durch Beitritt zur Genossenschaft und Erwerb von einem oder mehreren Genossenschaftsanteilen von je 100 Euro[1] sowie einem einmaligen Eintrittsgeld von 50 Euro[2]

·         durch Spenden (die Genossenschaft ist als gemeinnützig anerkannt)

·         durch Sponsoring

·         durch persönliches und öffentliches Eintreten für das Projekt

 

 

Unsere Leitlinien  für ein Nutzungskonzept

·         Ziel: angemessene, behutsame Nutzung des Baudenkmals

·         Kein Ausbau der Dach- und Kellerräume für Wohnzwecke

·         Keine denkmalpflegerisch problematischen Anbauten ( Balkone, Gauben etc.)

·         Einbeziehung des Gebäudes Marktstraße 94 als Café und Wohnräume

·         Erdgeschossnutzung: Festsaal/Tagungsraum und Café (Marktstraße 94)

·         Obergeschosse: Wohn- oder Büroräume (flexibel nutzbare Grundrisse)

·         Planung eines attraktiven öffentlichen Innenhofs

 

Vorläufige Kostenschätzung

  800.000,00 €          Zuschuss der Stadt + in Aussicht gestellte Fördergelder

  820.000,00 €          Erforderliches Eigenkapital durch Genossenschaftsanteile und

                                    Sponsorenbeiträge

1.080.000,00 €         Kredit

2.700.000,00 €         Sanierungskosten

 

              689 m²          Nutzfläche

       3.920,00 €         Herstellungskosten pro m² Nutzfläche

       6.472,00 €         monatlich erzielbare Mieteinnahmen

       6.282,00 €         monatliche Kreditrate und Rücklagen

 

 

700 Jahre „Haus zum Maulbeerbaum Landau“

Ende 13. Jahrhundert   Erbauung „Haus zum Maulbeerbaum“

1488-1671   Im Besitz der Stadt: Nobelherberge für Adlige und andere

 hochgestellte Gäste

1522   Ritterversammlung unter Franz von Sickingen: Gründung des Landauer

Bundes

1689   Beschädigung des Gebäudes durch den großen Stadtbrand: Wiederaufbau in der heutigen Gestalt

1873-1937/38   Erwerb durch die jüdische Landauer Familie Dannheisser: Nutzung als Kolonialwarenhandlung und Gasthaus (für Marktbesucher und Händler)

bis 1984   In wechselndem Privatbesitz: zunehmender Verfall des Gebäudes

1984   Stadt stellt das Gebäude unter Denkmalschutz: Erhaltung eines historisch bedeutenden Landauer Kleinodes

bis 2002   Wechselnde Besitzer: keine wesentlichen Erhaltungsmaßnahmen

seit 2002   Erwerb durch Stadt Landau, Leerstand; ausschließlich  Erhaltungsmaßnahmen zur statischen Sicherung

23.07.2015  Gründung der Genossenschaft „Haus zum Maulbeerbaum eG“ zum Erhalt des Hauses

aktuell: bis jetzt haben 68 Gründungsmitglieder 143 Geschäftsanteile gezeichnet



[1] Die Geschäftsanteile werden auf ein Treuhandkonto eingezahlt und erst dann an die Genossenschaft weitergeleitet, wenn die Voraussetzungen für die Phase 2 (Bauphase) vorliegen. Kommt es dazu nicht, werden die Geschäftsanteile zurückgezahlt.

[2] Das Eintrittsgeld ist wie eine Spende steuerlich abesetzbar

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